ARCHIV: Jan 2005


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14.Jan.2005
Das "SORTIS" Dilemma
Für die auf "Sortis" eingestellten gesetzlich versicherten Patienten bedeutet dies eine beträchtliche Zuzahlung und es stellt sich die Frage ob eine nicht gesundheitsgefährtende Umstellung auf eine anderes Medikament der Klasse der CSE Hemmer, auch Statine genannt, möglich ist. CSE Hemmer haben ihren durch zahlreiche Studien belegten Stellenwert in der Behandlung der koronaren Herzkrankheit. Ihr prognoseverbessernder Effekt beruht im wesentlichen auf einer mehr oder weniger ausgeprägten Senkung des arteriosklerosefördernden LDL Cholesterins. Daneben spielen sog. Nichtlipideffekte wie Entzündungshemmung und Verbesserung der Gefäßwandfunktion eine Rolle. Das Ausmaß der LDL Senkung durch CSE Hemmer( Ziel < 100 mg%, bei bestimmten Risikogruppen auch kleiner 70 mg%)ist jeweils dosisabhängig. "Sortis" wirkt hier am potentesten, zumeist kann aber der Zielwert auch mit höherer Dosis eines anderen Statins und/oder mit Kombinationstherapie erreicht werden. Eine Umstellung ist nach derzeitigen Erkenntnissen nicht mit einem erhöhten Krankheits-/Sterberisiko verbunden. So liegen keine Daten einer erhöhten Herzinfarktrate nach notwendiger Umstellung des vom Markt genommenen CSE Hemmers "Lipobay" auf ein anders Statin vor. Wir halten zusammenfassend eine Umstellung für möglich und nicht gesundheitsgefährtend. Die Zielwerte sollten allerdings beachtet werden.

7.Jan.2005
Gute Vorsätze für das neue Jahr
Damit haben Änderungen des Lebensstils auf die Risikoreduktion für Herzerkrankungen einen entscheidenden Einfluß. Nehmen Sie sich für das neue Jahr vor, intensiv auf ihre Energibilanz zu achten. Ein einziger Keks pro Tag führt beispielweise nach einem Jahr zu einer Gewichtszunahme von 2.5 kg. Zum Ausgleich dieser Bilanz wäre ein tägliches Walking über einen Kilometer erforderlich. Beachten sie beide Hinweise sollte ihr Gewicht im Sinne der Risikominderung reduzierbar sein.

3.Jan.2005
Strassenluft erhöht Risiko für Herzinfarkte
In Auto, Bus oder Bahn sind die Passagiere - ebenso wie Radfahrer - besonders hohen Konzentrationen schädlicher Stoffe ausgesetzt. Eine besondere Rolle spielen dabei Schwebstoffe in der Luft, die in Verdacht stehen, Herzinfarkte auszulösen.
Dies geht aus einer Studie hervor, die sich auf Daten des Augsburger Herzinfarktregisters (KORA) stützt. Unabhängig von bekannten Risiken wie schwere körperliche Anstrengungen, Aufenthalt im Freien und frühmorgendliches Aufstehen zeigt sich die Teilnahme am Strassenverkehr als signifikanter akuter Risikofaktor. Acht Prozent der in dieser Studie untersuchten Herzinfarkte gingen den Autoren zufolge auf die Teilnahme im Strassenverkehr zurück.
Es wird gefolgert, dass Patienten mit hohem Herzinfarktrisiko von Luftschutzmaßnahmen in städtischer Umgebung besonders profitieren.
(New Engl. J. Med. 2004; 351)