ARCHIV: Jan 2007


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12.Jan.2007
Vorbeugung des plötzlichen Herztods junger Sportler mittels Echokardiographie
Glücklicherweise erscheinen relativ selten in den Medien Meldungen über den plötzlichen Herztod junger Sportler z.B. beim Marathonlauf, oder beim Fußball.
Auffällig ist hier der scheinbare Widerspruch, daß Sport das Herz eigentlich schützt, sodaß junge Sportler also kaum gefährdet sein dürften. Dem ist nicht so: Ihr Risiko für einen plötzlichen Herztod ist 2,5mal höher als das der
Durchschnittsbevölkerung. Besonders häufig sind Sportarten wie Laufen, Basketball, Fußball und American Football betroffen.
Mit 36% die häufigste Ursache ist die hypertrophe Kardiomyopathie (=krankhafte Herzmuskelverdickung,HCM). Weitere Ursachen für den plötzlichen Herztod sind andere
angeborene Koronaranomalien oder entzündlich bedingte Herzmuskelschäden.
Da der plötzliche Herztod meist die Erstmanifestation der HCM darstellt, ist die Früherkennung eminent wichtig.
Allerdings ist die Abgrenzung zwischen krankhaften und physiologischen Veränderungen mitunter schwierig, da intensives Training zu strukturellen und funktionellen
Anpassungen am Herzen führt (Sportlerherz).
Organisationen wie wie die American Heart Association (AHA), die European Society of Cardiology (ESC) oder die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention raten zwar zu Vorsorge-Checks bei regelmäßigen sportlichen Betätigungen, jedoch ist die Echokardiographie leider noch nicht routinemäßiger Bestandteil des Untersuchungsprogramms.
In Deutschland werden seit der Saison 1999/2000 immerhin alle Fußballspieler der 1. und 2. Liga einmal/Jahr untersucht. Als vorbildlich gilt Italien: Dort sind seit über 25 Jahren Herzuntersuchungen vor großen Wettbewerben gesetzlich vorgeschrieben.
Zu fordern ist somit, daß die Echokardiographie standard-
mäßig bei jeder Sporttauglichkeitsuntersuchung durchge-
führt werden sollte, wobei anzumerken ist, daß die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten hierfür nicht übernehmen.