ARCHIV: Nov 2003


« Zur Archiv-Übersicht


9.Nov.2003
Frauen und Herzinfarkte
Herzinfarkte sind leider keine Männersache. Neue Forschungsergebnisse zeigen, daß Frauen achtmal häufiger am Herzinfarkt als an dem gefürchteten Mammakarzinom versterben. Hier die alamierenden Zahlen der Amerikanischen Herzgesellschaft (AHA):
- Innerhalb eines Jahres sterben 38% der Frauen, aber nur 25% der Manner nach dem ersten Herzinfarkt.
- Innerhalb von 6 Jahren liegt die Zahl der Reinfarkte bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern.
- Herzmuskelschwäche kommt nach einem Herzinfarkt bei Frauen doppelt so häufig vor wie bei Männern.
- Nach einer By-Pass Operation sterben doppelt soviele Frauen wie Männer.
Aus diesen Zahlen ist zu entnehmen, daß die klassischen Risikofaktoren, besonders in der Summation, bei Frauen eine höhere Gewichtung haben. Als besonders gefährlich erweist sich dabei das Zusammenspiel mit dem metabolischen Syndrom (bauchbetontes Übergewicht,erhöhte Neutralfette, erhöhte Insulinspiegel, Neigung zum Hochdruck), dem Rauchen und der Hormonersatztherapie.

9.Nov.2003
Neue Therapie gegen Gefäßverkalkung?
Hoffnung macht eine Pilotstudie amerikanischer Forscher in der ein synthetisch hergestellter Fett/Eiweißkomplex (ApoA-1-Milano-Phopspholipidkomplex) bei 36 Patienten mit drohendem Herzinfarkt infundiert wurde. Es ist dies eine Variante des physiologischen Apolipoproteis A-1 der wichtigsten Komponente des "guten/schützenden" HDL Cholesterins. Träger dieser Variante sind Einwohner des Städtchens Limone am Gardasee, die sich trotz extrem niedriger HDL Cholesterinspiegel seit Generationen extremer Langlebigkeit erfreuen. Trotz kurzer Behandlungszeit konnten die Forscher bei 24 von 36 Patienten eine auffällige Rückbildung der "Verkalkungen" an den Herzkranzgefäßwänden feststellen. Damit rückt das HDL Cholesterin noch mehr in den Blickpunkt der Arterisklerosebehandlung. Derzeit gilt noch immer, daß ein positiver Effekt nur durch eine Erhöhung des HDL Cholesterinspiegeles zu erreichen ist. Dies erzielt der Betroffene vorrangig durch Bewegung, Nahrungsumstellung, Nikotinkarenz und durch eine Absenkung der "schlechten/schädigenden" LDL Cholesterine. Das Verhätnis beider Cholesterine (LDL/HDL) sollte bei gefäßkranken Patienten unter 2.0 liegen. Gesunde dürfen sich mit einem Verhätnis um 3.0 zufrieden geben.